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ANALYSE: Einfach unpraktisch

Juni 2010, B2B Marketing

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Die Asche des isländischen Vulkans hat sowohl Nachteile gebracht als auch spannende Möglichkeiten für Marken an verschiedenen Enden des B2B-Spektrums geschaffen, wie Claire Weeks herausgefunden hat


Als der isländische Vulkan Eyjafjallajökull im April ausgebrochen ist, konnten nur wenige voraussagen, was für Reisechaos dieser Ausbruch nach sich ziehen würde. Dennoch sind auch Wochen nach den ersten Aschewolken aus Nordeuropa Flüge immer noch gestört, und Schlagzeilen mit Neuigkeiten über Fluglinien, die über erhebliche Verluste aufgrund der Krise klagen, sind immer noch häufig zu lesen.

Während Geschichten über enttäuschte Urlauber, gestrandete Prominente und ruinierte Hochzeitspartys besonders für die Klatschpresse von Bedeutung waren, gab es auch sehr ernsthafte, wenn auch weniger berichtete, Auswirkungen für Geschäftsreisende. Störungen von Konferenzen, stornierte Meetings ganz zu schweigen von den nicht erstattungsfähigen Reisekosten, die viele zu zahlen haben, tragen zu den bereits geschätzten Kosten von mehr als £2,15 Millionen bei.

Für einige Unternehmen, die der Geschäftswelt dienen, sind die Auswirkungen der Krise gewaltig, für andere wiederum war die Krise eine Chance. Während Fluglinien, die bereits unter der Rezession, erheblichen Steigerungen der Kraftstoffkosten und Streiks sicherlich auf die Wolke, die ihr Image verschleiert hat, hätten verzichten können, wurden andere B2B-Marken durch die Höhere Gewalt besonders begünstigt, insbesondere Anbieter von Pressekonferenzen und virtuellen Veranstaltungen konnten aufgrund der Krise gute Zahlen verzeichnen.

(...)

Ein Silberstreif am Horizont

Auf der anderen Seite der Medaille gibt es einen ganzen Sektor von B2B-Organisationen, der von der Aschewolke profitiert hat. Seit der Aschekrise konnte der Anbieter von virtuellen Veranstaltungen On24 einen Anstieg von 30 % bei der Teilnahme an virtuellen Veranstaltungen in Europa verzeichnen. Auch Anbieter von virtuellen Meetings und Arbeitsmöglichkeiten konnten Steigerungen berichten. In einer Pressemitteilung vom 20. April hat Citrix Online einen "erheblichen Anstieg" bei der Übernahme von Online-Kollaborationstechnologien durch Geschäftsbenutzer berichtet. Andrew Millard, Direktor von Marketing und E-Commerce, schätzt, dass sich die Verwendung seiner Dienstleistungen aufgrund der Aschewolke " verdoppelt" hat. Als unter anderem Bloomberg und die Irish Times die Geschichte berichteten, hat dies das Interesse an der Marke noch weiter gesteigert.

Dabei hat Citrix Online schon mehrfach die positive Publicity durch ähnliche (wenn auch weniger dramatische) Situationen genutzt. Während des kalten Winters Anfang diesen Jahres hat Citrix neben YouGov eine Untersuchung von leitenden Entscheidungsträgern durchgeführt, um darauf hinzuweisen, dass viele nicht auf den Schnee vorbereitet waren, und hat die Ergebnisse in einer Pressemitteilung veröffentlicht und damit eine Möglichkeit geschaffen, die Botschaft "wir sind hier, um zu helfen" zu verbreiten. Ebenso veröffentlichte das Unternehmen während des Streiks der Londoner U-Bahnen im letzten Sommer eine Pressemitteilung mit der Schlagzeile '5,2 Millionen Stunden durch Streik verschwendet'.

"In solchen Momenten werden unsere Produkte relevanter und während wir nicht als Rettungswagen gesehen werden möchten, sind solche Situationen wichtig für uns, um Unternehmen eine Alternative aufzuzeigen," sagt Millard.

Auch bei Powwownow, dem Anbieter von Konferenzanrufen, war die Aschewolke ein Thema. Das Unternehmen berichtete in den vier Tagen direkt nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull einen Anstieg von 30 % bei den registrierten Benutzer (und einen Anstieg von 60 % während des kalten Winters). Beim ersten Ausbruch des Vulkans hat Powwownow schnell eine E-Mail an seine 40.000 registrierten europäischen Benutzern gesendet. Weiterhin hat das Unternehmen über Twitter mitgeteilt, dass es eine Alternative zu persönlichen Meetings gibt, und hat seine Google-Strategie geprüft, um zu gewährleisten, dass das Unternehmen bei wichtigen Schlüsselwörtern zuerst gefunden wird.

Für CEO Andy Pearce sind diese Maßnahmen nur Teil einer Gesamtstrategie der Marke, mit der sich das Unternehmen als Alternative zu Flugreisen positionieren möchte und möglicherweise der letzte Coup einer laufenden "Fehde", die seit einiger Zeit zwischen Powwownow, British Airways und Flybe läuft. Als die Fluglinien Anfang des Jahres eine Print-Kampagne mit dem Slogan 'Konferenzanrufe gewinnen keine Geschäfte" durchgeführt hat, hat Powwownow mit einer veränderten Version der Anzeige geantwortet.

"Wir hatten das Gefühl, dass [die Fluglinien] nicht verantwortungsbewusst handeln, daher haben wir diese Fehde begonnen, und wir hoffen, dass wir diese weiterführen und noch härter durchsetzen können", sagt Pearce, der hinzufügt, dass das Unternehmen "Kampagnen für die kommenden Streiks bei British Airways entwickelt hat, die zu diesem Zeitpunkt dann laufen werden."

Als Hobday nach zur Haltung von Flybe gefragt wird, gibt er keinen Kommentar ab.

Höhere Gewalt

"Selbstverständlich werden Menschen auch weiterhin fliegen", sagt Pearce, " ich glaube aber, dass Menschen letzten Endes zweimal darüber nachdenken, denn niemand möchte aufgrund eines Streiks oder einer ähnlichen Situation irgendwo stranden."

Pearce fährt fort und rät den Fluglinien: "Ich denke, es war für die Fluglinien eine sehr schwierige Sache und sie waren in einer sehr schwierigen Lage. Ich bin jedoch der Meinung, dass sie mehr Druck auf die Regierung hätten ausüben können, wenn sie wirklich geglaubt hätten, dass das Fliegen sicher war, was wiederum zu positiver PR geführt hätte.

"Ich weiß, dass wir es hier mit Höherer Gewalt zu tun haben – niemand scheint jedoch ein Handbuch geschrieben zu haben, wie wir mit Höherer Gewalt umgehen, bei der Flugzeuge nicht mehr fliegen können."

Mit weiteren erwarteten Ausbrüchen des Eyjafjallajökull und Ängsten, dass dieser Vulkan einen noch größeren Vulkanausbruch des Katla auslösen könnte, hat Pearce möglicherweise eine große Lücke in der Krisen-Kommunikationslandschaft identifiziert.

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